2. Spieltag am Starnberger See

## Flaute am Starnberger See:
Der zweite Spieltag der Segel-Bundesliga in Starnberg ist Geschichte; und es war ein echtes Geduldsspiel. Für unseren Klub gingen Malte Christophersen, Jacob Alekian, Thilo und Simon Merz an den Start. Nach den Frühlingswettfahrten am Wochenende zuvor im Berliner Yachtclub mit 20kn Wind am Samstag fühlten wir uns bereit, doch der Wind hatte leider andere Pläne.
Eigentlich wurde der gesamte Spieltag bereits am Freitag entschieden. Die Wettfahrtleitung peitschte bei bayrischem Königswetter mit Sonnenschein und konstanten acht bis 12 Knoten aus Nordost sechs Flights durch. Die ersten Starts waren noch etwas holprig, aber bei den typischen Starnberger Drehern fanden wir die richtigen Seiten und begannen die Serie mit den Plätzen 2, 3 und 1. 
Mit dem vierten Rennen begannen die kleinen Regelverstöße sich auszuweiten. Der Start war Top, aber die Einzelrückrufflagge blieb nach der ersten Bereinigung oben, wir entschieden weiter zu segeln und hatten Glück, das bis zur Luvtonne zwei Teams wegen Frühstart aus dem Rennen genommen wurden. Ein Penalty an jenem Luvfass warf uns aber auf den vierten (und damit letzten Platz) zurück. Kurz vor der zweiten Luvfassrundung nahmen uns die Itzehoer als entgegenkommendes Team bereits auf dem Vorwindkurs die Vorfahrt. Der Strafkringel warf das Team aus der Bahn und wir konnten uns noch an ihnen, und dem durch den Strafkringel behinderten PYC, vorbei auf einen versöhnlichen zweiten Platz ins Ziel segeln.
Im fünften Rennen wurde Liga-Geschichte geschrieben: Der MYC verfing sich bei der zweiten Runde in der Ankerleine der Luvtonne und verzog diese bis kurz vor das Ziel. Wir konnten uns freihalten und das Rennen auf dem dritten Platz abschließen. An Land wurde allen mitgeteilt, dass das Rennen wiederholt werden soll – ein absolutes Novum im Bundesligazirkus! Nach einer gefühlten Stunde mit Rücktausch und vielen Diskussionen ging es zur Wiederholung an den Start. Nach einem guten Start mit schöner erster Kreuz touchierten wir nach knappem Unterwenden am Luvfass (Protest mit grün – Glück gehabt) die Tonne und wurden von der Jury angezählt. Der Penalty warf uns auf den fünften Platz zurück, den wir auf der suboptimalen zweiten Kreuz nicht mehr aufholen konnten.
Auch im sechsten Rennen des Tages – wir hatten beschlossen das Penalty-Risiko zu reduzieren – fingen wir uns auf der Kreuz trotzdem einen Strafkringel ein. Auch das Glück bei der Wahl der richtigen Seite zwischen der beiden Windkanten war uns nicht hold. Schlussendlich querten wir zum zweiten Mal als 5. die Ziellinien. Trotz Königswetter und Zeitpolster zum Sonnenuntergang war nach dem sechsten Flight Schluss für den Tag. Für das Abendprogramm waren alle Seglerinnen und Segler bei Livemusik zum Ansegeln bzw. zur 1. Mai-Party im Bayerischen Yachtklub eingeladen.
Das Fazit zum ersten Tag: Es war ein intensiver Wettkampftag, zumal wir uns über einige Entscheidungen der Jury arg ärgern mussten. In Summe haben wir deutlich mehr Penaltys kassiert, als wir Strafkringel verteilen konnten. Im Großen und Ganzen konnten wir die Situation sportlich nehmen. Das spiegelt sich auch in Simons Fazit zum Tag wider: „Downwind-kringeln haben wir heute viel geübt und es hat gut funktioniert. Auf der Kreuz ist (beim Kringeln) noch Luft nach oben.“
Nach dem intensiven Freitag war leider Schluss mit Segeln. Der Starnberger See zeigte sich von seiner süddeutschen Seite (sommerlich warm bei Alpenpanorama, aber ohne Wind) Samstag hieß es „Warten an Land“ bis zum Abpfiff um 17:30 Uhr. Die Zeit konnten wir halbwegs sinnvoll mit Sporteinheiten und ausgiebigem Testen der bayerischen Braukünste über den Tag bringen. Auch der Versuch am früh Sonntagmorgen (9:00 Uhr) auf eine Anomalie im Superforecast zu hoffen, brachte keinen segelbaren Wind. 
Während der NRV in der 1. Liga souverän den Spieltagsieg holte, bleibt uns das Fazit: Die Manöver sitzen, die Lockerheit ist grundsätzlich auch da, das letzte Quäntchen Glück bei den Jury-Entscheidungen hat noch gefehlt. Trotzdem können wir mit einem 5. Platz am zweiten Spieltag sehr zufrieden sein. 
Jetzt schauen wir nach vorne – vom 10. bis 12. Juli geht es auf die Kieler Förde. Da weht hoffentlich ein anderer Wind!