Drei Tage Südseesegeln – Kiel Innenförde 2026

Halse in Kiel
Copyright: DSBL / Thorben Nowak

Manch eine:r mag Kiel mit dem Kieler Hauptbahnhof und dem nach den Bombardierungen mehr schlecht als recht wieder errichteten Kern der Stadt verbinden. Die meisten Segler:innen denken vielleicht auch an Schilksee mit den grauen Olympiabauten draußen an der Förde.

Wir kamen an diesem Wochenende allerdings in den Genuss, den wunderschönen Teil Kiels kennenzulernen, und wurden mit einem lauen, gut segelbaren Lüftchen und strahlendem Sonnenschein begrüßt.

Die Segel-Bundesliga mietete sich im Kieler Yacht-Club ein, dessen weiß leuchtendes Hotelgebäude sich hervorragend zwischen die Burschenschaften an der Förde einfügte. Es gab tagsüber sehr leckere Quesadillas und Flens zu kaufen und die Abende konnten wir mit Paella und Burgern ausklingen lassen. Die Bundesliga bemühte sich im eine Live-Übetragung auf Leinwand, da das aber eher einem Stoptanz ähnelte, griffen wir doch nach unseren Handys und verfolgten die Manöver der Gegner:innen dort. 

Wettfahrtleiter Lorenz, der uns schon letztes Jahr erfolgreich durch einen Spieltag auf der Förde geführt hatte, war auch dieses Mal wieder gebucht. Er ist bekannt dafür, sehr kurze Rennen zu fahren und auf dem Startschiff nicht lange zu fackeln. So schafften wir es, bis Sonntag Vormittag alle 16 Flights zu absolvieren. 

Wir schlossen den Spieltag auf Platz 12 ab – ein Ergebnis, das sich durch einige sehr gute, aber leider durch mehr nicht so gute Rennen erklären lässt. Uns wurde an jedem Tag sehr deutlich, dass wir in der Lage sind, saubere Starts zu fahren, unsere Gegner:innen taktisch auszuspielen und mit einem schönen Zusammenspiel aller vier an Bord weit nach vorne zu segeln. Sobald aber einer dieser Bausteine fehlte, ging es für uns schnell wieder nach hinten.

Manch eine:r hat eventuell auch unsere Platzierung mit Sternchen entdeckt! Das war nicht gedacht um etwas Glitzer über uns zu Streuen, sondern weil wir eine Kollision mit einem Boot hatten. Wir hatten zwar Vorfahrt, aber laut Repair-Team ist dabei ein Schaden beim anderen Boot entstanden und laut neuen Wettfahrtregel werden dann beide Boote mit einem Punkt bestraft. Das soll uns ermutigen schneller Auszuweichen, auch wenn wir Vorfahrt haben, an sich nicht schlecht, aber auf dem Wasser ist das nicht immer alles so einfach, wenn zwei Boote so nah aneinander kommen. 

Zwischendurch war der Frust auch mal etwas größer. Durch die offene und ehrliche Kommunikation im Team, unser Glücksboot und ein paar Pep-Talks von Henrike schafften wir es aber jedes Mal wieder aus dem kleinen Tief heraus – und hatten am Ende trotzdem jede Menge Spaß an diesem Spieltag. Unser größtes Highlight war der Rupenhorn-Fanclub, der uns schon an Land mit Franzbrötchen und High-Fives empfing. Auf dem Wasser wurde es dann ganz bunt! Mit einem Dickschiff fuhr der Fanclub nah ans Regattageschehen heran und brüllte „Club am Rupenhorn!“ lange über das ganze Feld. Unser dritter Platz in dem Rennen wurde dann auch jubelnd gefeiert! Auf dem Shuttle zurück und auch an Land wurde unser Fanclub begeistert erwähnt.

Wir gratulieren dem MSC zum Spieltagssieg und freuen uns besonders darüber, zwei Frauen in ihrem Team zu sehen. Von insgesamt 24 Menschen auf dem Podium der ersten und zweiten Bundesliga standen am Ende nur drei Frauen vorne. Hier also noch mal eine kleine Ermutigung an alle Frauen und Mädels aus dem KaR sich an uns zu wenden um J70 zu segeln und eine Erinnerung an alle Eltern ihre Mädels weiter schön zu unterstützen, wir haben noch einen langen Weg vor uns.

Neben dem Fanclub geht auch ein Dank an alle KaR Mitglieder raus die das BundesLiga Projekt unterstützen. Wir sehen uns bald wieder am Stößensee!